Procon Trommelmotoren der X-Serie können kein Öl mehr verlieren. Die separate Abdichtung des Getriebes im Trommelrohr ist bei Trommelmotoren einmalig und sorgt auch nach Jahren für einen absolut dichten Trommelmotor. Procon Trommelmotoren erfüllen die Anforderungen der Schutzart IP66. Trommelmotoren mit dem elektrischen Anschluss Typ 5 (Winkelabgang aus Edelstahl) oder Typ 4 (Klemmenkasten aus Edelstahl) erfüllen auch die Schutzart IP69K. Das Ergebnis aller Maßnahmen zur Abdichtung des Trommelmotors ist ein optimaler Schutz vor äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel der Hochdruckreinigung, die in der Lebensmittelindustrie häufig angewendet wird.

Procon Trommelmotoren | Umlenktrommeln | PU 113 X | PT 86 X

Die Standards

Nachfolgend eine kurze Liste von Bestandteilen, die alle Procon Trommelmotoren haben und die das hohe Niveau der Ausführung verdeutlichen:

  • Die Wellen sind immer aus rostfreiem Edelstahl.
  • Alle Procon Trommelmotoren sind wartungsfrei.
  • Getriebegehäuse und Getriebeteile sind immer aus Stahl.
  • Das Getriebe ist immer gekapselt (X-Serie).
  • Für einen optimalen Gurtlauf sind die Rohre in der Standardausführung konisch-zylindrisch überdreht. Auf Wunsch können auch zylindrische Rohre geliefert werden.
  • Procon Trommelmotoren sind asynchron-Drehstrommotoren, die mit Anschlussspannung Stern: 360 - 440 V/50 Hz - 380 - 460 V/60 Hz Dreieck: 200 - 250 V/50 Hz - 220 - 270 V/60 Hz geliefert werden. Es werden beide Anschlussspannungen ausgeführt.
  • Alle Procon Trommelmotoren werden mit einem Thermokontakt (TK) ausgerüstet, der als Öffner ausgelegt ist.
  • Durch ein patentiertes System sind Procon Trommelmotoren demontierbar. Die Deckel sind im Rohr weder verklebt, eingepresst oder verschraubt. Mit Standardwerkzeugen und ohne Gewalt kann der Procon Trommelmotor geöffnet werden. Eine Kurzbeschreibung zur Demontage finden Sie hier.

Die Optionen

Procon Trommelmotoren können mit vielen weiteren Optionen geliefert werden. Dazu zählen:

  • Einbau einer Rücklaufsperre
  • Einbau einer elektromagnetischen Bremse (nicht im PT 86 oder PT 87 X)
  • Einbau eines Drehimpulsgebers (nicht im PT 86 X)
  • Ausführung mit einem polumschaltbaren Elektromotor
  • Ausführung mit einer Sonderwicklung in Sonderspannung
  • Dichtungsmaterial aus FKM-Material (Viton) oder EPDM
Procon Trommelmotoren

können mit Frequenzumrichter betrieben werden (siehe Hinweis Frequenzumrichter) oder im Takt- und/oder Reversierbetrieb laufen.

Procon Antriebstechnik GmbH | Trommelmotoren, Umlenktrommeln | Erkelenz

Alle Procon Trommelmotoren können mit statischen Frequenzumformern betrieben werden. Es ist zu beachten, dass je nach Poligkeit des Elektromotors das Drehmoment in einem bestimmten Frequenzbereich unterschiedlich stark abfällt. Darüber hinaus sind je nach Trommelmotor und Poligkeit bestimmte Frequenzbereiche zu beachten (siehe nachfolgende Tabelle).

Trommelmotor PT 86 X Frequenzbereich

4-poliger Motor 20 – 60 Hz
2-poliger Motor 20 – 60 Hz

Trommelmotor PT 87 X Frequenzbereich

8-poliger Motor 30 – 60 Hz
4-poliger Motor 20 – 60 Hz
2-poliger Motor 20 – 60 Hz

Trommelmotor PT 113 X und 113 X2 Frequenzbereich

8-poliger Motor 25 – 60 Hz
6-poliger Motor 25 – 60 Hz
4-poliger Motor 20 – 60 Hz
2-poliger Motor 20 – 60 Hz

Trommelmotor PT 138 X und 138 X2 Frequenzbereich

12-poliger Motor 30 – 60 Hz
8-poliger Motor 25 – 60 Hz
6-poliger Motor 25 – 60 Hz
4-poliger Motor 20 – 60 Hz
2-poliger Motor 20 – 60 Hz

Bei Elektromotoren, die mit Frequenzumrichter betrieben werden, wird die Wicklungsisolierung stärker beansprucht als im normalen Netzbetrieb. Die eingesetzten Elektromotoren in Procon Trommelmotoren berücksichtigen dies.

Besonderheit 400 V-Frequenzumrichter

Beim Einsatz von Frequenzumrichtern mit Eingangsspannung 3 x 400 V kommt es zu Spannungsüberhöhungen, die zu einer unerwünschten Belastung der Wicklungsisolation führen, sofern keine entsprechenden Gegenmaßnahmen am Frequenzumrichter getroffen werden. Die Ursache liegt in der Spannungssteilheit und der großen zeitlichen Häufigkeit der Impulse. Die Kabellänge hat einen wesentlichen Einfluss auf die Überspannungen, da die Wellen reflektiert werden (Totalreflexion). Die Hersteller von Frequenzumrichter bieten entsprechende Filter/Drosseln an und geben Hinweise zu kritischen Kabellängen.

Bei einem geplanten Einsatz der Procon Trommelmotoren mit einem 400 V-Frequenzumrichter sollte eine Sonderwicklung eingesetzt werden. Diese Wicklungen erhalten eine zusätzliche Phasentrennung. Diese Wicklung ersetzt nicht die zu treffenden Maßnahmen am Frequenzumrichter. Nähere Informationen hat der Hersteller des Frequenzumrichters.

Noch eine Besonderheit beim Einsatz von Frequenzumrichtern der Firma SEW. Wird der Procon Trommelmotor mit einem SEW-Frequenzumrichter betrieben, so sind die Parameter manuell einzugeben. Eine automatische Einstellung des Frequenzumrichters funktioniert nicht. Bei Nichtbeachtung kann es zu Fehlermeldungen kommen oder zu Beschädigungen am Trommelmotor oder dem Frequenzumrichter.

Die elektromagnetische Bremse ist als Sicherheitsbremse ausgelegt und hält den Motor bei abgeschaltetem Strom an. Bei der Konstruktion und Auslegung der Bremse wurde vor allem Wert auf Verschleißfestigkeit und größtmögliche Wiederholgenauigkeit bei der Einhaltung des Bremsweges gelegt. Dies bedeutet eine minimale Abweichung des Bremsweges zwischen kaltem und betriebswarmem Zustand des Motors. Dies wird durch den Trockenlauf der Bremse erreicht. Bei den Trommelmotoren der X-Serie ist das Getriebe gekapselt.

Für den Einsatz in Steigförderern können Procon Trommelmotoren mit einer Rücklaufsperre versehen werden. Die Rücklaufsperre lässt das Drehen des Antriebs nur in einer Richtung zu, um bei einem unvorhergesehenen Stromausfall bzw. beim Abschalten des Motors das Zurücklaufen des Bandes sowie des darauf befindlichen Gutes zu verhindern. Standardmäßig wird die Rücklaufsperre so eingebaut, dass der Trommelmotor, mit Blick auf die Anschlussseite, nach rechts freiläuft und nach links sperrt. Es sind die besonderen Hinweise für den elektrischen Anschluss zu berücksichtigen.

Für Anwendungen, bei denen laufend die Geschwindigkeit kontrolliert oder eine zurückgelegte Strecke überprüft werden muss, können in Procon Trommelmotoren inkrementale Drehgeber eingebaut werden. Die Außenkontur des Trommelmotors bleibt dabei unverändert. Der Drehgeber ist im inneren des Trommelmotors vor Umgebungseinflüssen geschützt. Durch die Integration des Drehgebers in den Trommelmotor sind aufwendige externe Konstruktionen, die immer auch Störkanten hervorrufen, nicht mehr notwendig.

Umlenktrommeln mit integriertem Drehimpulsgeber

Auch alle Umlenktrommeln können mit inkrementalen Drehgebern ausgerüstet werden. Dazu erhalten die Umlenktrommeln einen elektrischen Anschluss, mit dem der Drehgeber im inneren der Umlenktrommel angeschlossen werden kann. Der Vorteil des Drehgebers in der Umlenktrommel ist, dass dieser nur Impulse abgibt, wenn der Gurt die Umlenktrommel auch bewegt. Bei einem Drehgeber im Trommelmotor gibt dieser auch Impulse, wenn der Gurt nicht durch den Trommelmotor mitgenommen wird (Schlupf).

Für Anwendungen, bei denen zwei feste Geschwindigkeiten verlangt werden, können Procon Trommelmotoren mit Wicklungen in Dahlander-Schaltung ausgeführt werden. Bei diesen Antrieben lässt sich der Motor zwischen zwei-und vierpoliger bzw. vier-und achtpoliger Geschwindigkeit schalten.

Diese Ausführung steht für den PT 86 X und PT 87 X nicht zur Verfügung.

Grundsätzlich sind alle Procon Trommelmotoren für Taktbetrieb geeignet. Abhängig von Bandbelastung, Bandgeschwindigkeit und Elektromotor ergeben sich unterschiedlich hohe Taktzahlen. Die maximalen Takte pro Minute sind bei Bedarf anzufragen.

Procon Trommelmotoren können auch im Reversierbetrieb gefahren werden. Der Richtungswechsel bei Reversierbetrieb darf nur über Motorstillstand erfolgen.

Zur Erhöhung der Friktion zwischen Trommelrohr und Laufseite des Gurtes können der Anwendung entsprechende Gummierungen auf das Rohr aufgebracht werden. Es stehen beispielsweise lebensmittelechte, öl-und fettbeständige Gummierungen zur Verfügung. Darüber hinaus lässt sich die Gummierung zur Erhöhung der Bandlaufgenauigkeit mit einer oder mehreren Führungsnuten versehen. Diese Führungsnuten werden nach Kundenwunsch in die Gummierung eingebracht. Der Bestellung ist eine entsprechende Zeichnung/Skizze beizufügen.

Neben einfachen Gummierungen können auch Beschichtungen mit speziellen Profilierungen oder aus Sondermaterial (z.B. PU) geliefert werden.

Procon | Motor | PU 113 X | PT 86 X

Der Leistungsbedarf, den ein zu stark gespannter Gurt verursacht, wird häufig unterschätzt. Auch die Lebensdauer der verbauten Elemente in einem Förderband wird durch eine zu hohe Gurtspannung deutlich verringert. Kugellager werden unnötig belastet und Getriebemotoren werden bis an die Leistungsgrenze gefahren. Darüber hinaus ist ein überdehnter Gurt nur noch schwer zu kontrollieren (Geradeauslauf). Oftmals wird das Recken eines Gurtes (PVC-Gurt mit Gewebeeinlage) verwechselt mit der Gurtspannung.

Ein Gurt soll bei der Montage gereckt werden. Dazu wird der Gurt erheblich gespannt. Wie sehr der Gurt gespannt werden muss, gibt der Gurthersteller in Abhängigkeit des verwendeten Gurtes an. In diesem gereckten Zustand soll der Gurt zwei bis drei Mal die Förderbandlänge umlaufen. Dieses Verfahren dient dazu, die Gewebeeinlage des Gurtes zu recken und das Längen des Gurtes im späteren Betrieb zu minimieren. Nach dem Recken wird der Gurt wieder entspannt. Nun kann der Gurt mit der für die Anwendung optimalen Gurtspannung gespannt werden.

Die einfachste und sicherste Methode, die optimale Gurtspannung zu bestimmen, ist, mit tatsächlichen Gewichten zu arbeiten. Hierzu sind keine besonderen Hilfsmittel nötig und Berechnungen müssen auch nicht durchgeführt werden.

Der Fördergurt wird so weit entspannt, dass der Trommelmotor unter dem Gurt durchrutscht. Nun wird das Gewicht, das bewegt werden muss, auf das Band gestellt. Der Trommelmotor rutscht immer noch unter dem Gurt durch. Nun beginnt man an der Spannstation die Gurtspannung zu erhöhen, bis der Trommelmotor den Gurt mitnimmt. Abschließend wird der Gurtlauf kontrolliert und über eine Stellschraube justiert.

Procon Trommelmotoren | Umlenktrommeln | PU 86 X | PT 138 X

Es ist nur eine geringe Gurtspannung nötig, um ein bestimmtes Gewicht mit einem Förderband zu bewegen. Besonders bei Einsatz einer Einschnürrolle hinter dem Trommelmotor (Antriebstrommel). Die Einschnürrolle erhöht den Umschlingungswinkel des Gurtes um den Trommelmotor. Je höher der Umschlingungswinkel ist, desto größer ist die Friktion zwischen Gurt und Trommel. Dies heißt auch, dass mit einem großen Umschlingungswinkel die benötigte Gurtspannung geringer wird. Dies wirkt sich auf den Leistungsbedarf und die Lebensdauer aller verwendeten Bauteile aus.

Für Anwendungen, in denen die Friktion zwischen Gurt und Trommelmotor weiter erhöht werden muss, z.B. im Nassbereich in der Lebensmittelindustrie, besteht die Möglichkeit, den Trommelmotor mit einer Gummierung zu versehen.